Coldreaction - saubere und billige Energie durch kalte Kernreaktion

Kalte Fusion - ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft

Dieser Abschnitt bietet einen allgemeinen Überblick über die sog. "Kalte Fusion" bzw. LENR. Er enthält keine Querverweise, Quellenangaben oder Links und kann deswegen ohne weiteres auch in Papierform verwendet werden.

 

Willi Meinders, coldreaction.net

 

Kalte Fusion/LENR – es öffnet sich das Tor zu einem neuen Energie-Zeitalter

Zunächst muß man wissen, was ein Phänomen ist: Ein Blick in Lexika gibt eine weitgefächerte Erklärung, deshalb gebe ich meine eigene: Es geschieht irgendetwas, wofür es keine vernünftige Erklärung gibt. Das heißt, irgendetwas ist zweifellos vorhanden oder geschieht, aber man weiß nicht „warum“. Ein uraltes Beispiel ist der „Hummelflug“, also der Flug der dicken Hummel mit ihren kurzen Flügeln, der eigentlich nicht funktionieren dürfte. (Sobald man weiß, wie er funktioniert, ist es kein Phänomen mehr).

So ist es auch bei der kalten Fusion. Sie funktioniert - und man weiß nicht warum.  Was die Angelegenheit nicht einfacher macht, ist die Tatsache, dass man nicht weiß, ob die kalte Fusion wirklich eine Kernfusion ist. Dies halten manche Forscher für naheliegend und das hängt damit zusammen, dass  Überschußenergie in einem Umfange generiert wird, die durch herkömmliche chemische Reaktionen nicht entstanden sein kann. Desweiteren finden sich in der sog. „Asche“ der kleinen Reaktoren Beweise dafür, dass eine Kernreaktion stattgefunden hat.

Wenn man einen Atomkern spaltet oder wenn man zwei Atomkerne fusioniert gibt es einen geringen Masseverlust (Massedefekt) von unter einem Prozent. Bei der Kernfusion heißt  das rechnerisch: 1 Atom plus 1 Atom ergibt ein neues Atom mit der Masse von  etwas weniger als der Masse der vorherigen  2 Atome. Bei der Kernspaltung heißt das entsprechend: Ein großes Atom „gespalten“ in zwei kleinere Atome ergibt zusammengerechnet etwas weniger als die Masse des ursprünglichen einzelnen Atoms.

Es ist also etwas Masse verschwunden. Und weil in der Natur nie etwas so einfach verschwindet, bemühen wir die Formel von Albert Einstein: E=mc². Das „E“ steht für Energie, das „m“ für Masse und das „c“ für die Lichtgeschwindigkeit. In diesem Falle heißt es jedoch „c Hoch 2“, was bedeutet, dass die Lichtgeschwindigkeit mit sich selbst multipliziert wird. Wenn also Masse „verschwunden“ ist, kann sie nach dieser Formel nur Energie sein und durch die Multiplikation mit der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat entsteht aus diesem geringen Masseverlust eine riesige Energie. In Gramm ausgedrückt heißt das zum Beispiel, dass die Umwandlung eines Grammes Masse in Energie dem Energiegehalt von 2.152.720 Litern Gasolin entspricht. Die uns vertrauten Größenverhältnisse passen also nicht mehr.

Der von Einstein aufgestellte Grundsatz wird von keinem Physiker der Welt angezweifelt. Im Gegenteil, man machte ihn sich früh zunutze, in Form von Atombomben, Atom-Ubooten und Atom-Flugzeugträgern. Nur noch einmal zu Erinnerung: Atom-Uboote und Atom-Flugzeugträger tanken nicht. Sie fahren jahrelang ohne jede Energiezufuhr von außen. Und sie sind schnell: Flugzeugträger fahren über fünfzig Stundenkilometer.

Deswegen hat wohl ein dankbarer Matrose die obige Formel auf das Deck eines Flugzeugträgers gemalt. (Die '40' steht für die Betriebsdauer in Jahren bis zum Ersatz der Brennelemente, so jedenfalls meine Information)

 

 

Durch Atomkraftwerke, Atom-Uboote und –Flugzeugträger verbinden wir mit Atomkraft die Kernspaltung und die damit verbundene gefährliche radioaktive Strahlung. Es ist leider so, dass die für die Kernspaltung verwendeten „großen“ Atome, wie Uran, radioaktiv sind.

Dagegen werden bei der Kernfusion die kleinsten Atome, wie Wasserstoff, verwendet. Radioaktive Elemente sind an der Kernfusion also nicht beteiligt. Demzufolge gibt es bei der Kernfusion auch keine radioaktive Strahlung. Es entsteht allerdings eine Neutronenstrahlung, die aber vergleichsweise leicht zu beherrschen ist und auch keine Endlagerprobleme entstehen läßt.

Wenn das nur alles so einfach wäre: Eine Fusion gelingt nur, wenn man die sog. Coulomb-Barriere überwindet und das wiederum gelingt nur, wenn man das Rezept befolgt, welches die Sonne verwendet: Millionen von Hitzegraden.

Wie will man aber auf der Erde eine solche Hitzequelle beherrschen? Der schwierige Weg dorthin führt über  Großtechnologie. Die Hitzequelle, sei sie durch Laser oder auf anderem Wege erzeugt, wird mit riesigen Magneten in der Mitte einer Kammer gehalten, wo sie keinen Kontakt zu anderen Materialen hat, was zu einem unerwünschten Abkühlen führen würde. Diese Methode der Kernfusion versehe ich mit dem Begriff „heiße Fusion“.

Dass diese heisse Fusion gelingen kann, gilt als ziemlich sicher. Es hat nur noch nie funktioniert und deswegen spötteln nicht wenige: „Die Kernfusion ist die Energie der Zukunft und sie wird es auch bleiben!“ Die große Fusionseuphorie geht auf die achtziger und und neunziger Jahre zurück. Zu dieser Zeit begannen die riesigen Bauvorhaben der Versuchsreaktoren. Die Investitionen verschlangen Milliarden und Abermilliarden Dollars und Euros, bisher ohne meßbaren Erfolg. Einige der Anlagen sind bereits wieder geschlossen, ohne je auch nur ein Milliwatt an verwendbarer Energie erzeugt zu haben.

Im Jahre 1989 berichteten die Chemiker Fleischmann und Pons von der Universität Utah,  dass sie mit einem Elektrolyse-Verfahren Überschuß-Energie erzeugt hätten. Überschuß-Energie heißt, dass eine Gerätschaft mehr Energie erzeugt, als ihr zugeführt wurde.   Unbestritten hatten sie diese Energie erzeugt und weil sie um ein Vielfaches höher war, als durch chemische Prozesse erklärbar, konnte es sich nur, nach Meinung vieler, um eine Kernfusion handeln. Seltsamerweise allerdings bei Zimmertemperatur und ohne die für die Kernfusion typische Neutronenstrahlung. Man war sich  schnell einig: Es ist keine Kernfusion und Pons und Fleischmann wurden zu „Geächteten“ der Mainstream-Wissenschaft. Hätte man die Angelegenheit aufgegriffen, wäre das wohl das Ende der gerade angeschobenen Großinvestitionen in die heiße Fusion gewesen.

Was erschwerend hinzukommt und nicht für die beteiligten Wissenschaftler spricht, ist, das behauptet wurde (und noch heute behauptet wird), die Versuche seien nicht replizierbar gewesen. Das stimmt für die Zeit unmittelbar nach den ersten Versuchen, denn es wurden beim Versuchsaufbau viele Fehler gemacht. In den Folgejahren allerdings wurden die Versuche von Fleischman und Pons rund fünfzig mal erfolgreich repliziert. Das wollte dann aber niemand mehr wissen - das Urteil war gesprochen.

Was nur wenige wirklich zur Kenntnis nahmen: Der Nachweis der Kernfusion konnte zwar nicht geführt werden, aber der Energiegewinn war real und zweifelsfrei gemessen!

Und hier liegt der große Fehler und das Versagen der Mainstream-Physik zu dieser Zeit: Es ist sicherlich wichtig zu wissen, ob es sich nun um Kernfusion handelt oder nicht. Es ist allerdings viel wichtiger, diese neue Energiequelle zu erforschen und für die Menschheit nutzbar zu machen. Noch heute ist es teilweise so, dass interessierte Forscher sich diesem Gebiet nicht zuwenden, weil sie das Risiko haben, vom seriösen Forscher zum umstrittenen Forscher zu werden. Der Cambridge-Professor Huw Price nennt diesen Vorgang „die Reputationsfalle“.

Zum Glück haben sich seit dieser Zeit eine zunehmende Anzahl von Forschern, Firmen und anderen Institutionen dieser bahnbrechenden Erfindung angenommen. Mittlerweile sind es hunderte von Labors, Universitäten, namhaften Firmen und staatliche Forschungseinrichtungen. In Japan gibt es sogar eine Behörde, die NEDO, die die LENR-Forschung zwischen Universitäten und Privatfirmen koordiniert.  Es gibt zahlreiche Gutachten anerkannter Wissenschaftler, die die Funktion dieser Technologie bestätigen und es gibt Dutzende von Patentanmeldungen und bereits erteilte Patente, vor allen Dingen aber konnten die Versuche  vielfach repliziert werden.

Zwischenzeitlich hatte man den Begriff „kalte Fusion“ vermieden und stattdessen den Begriff „LENR“ (low energy nuclear reaction) verwendet. LENR deshalb, weil eine nukleare Reaktion in der Füllung der kleinen Reaktoren nachweisbar ist. Das heißt, die verwendeten Elemente haben  während des Prozesses der Energiegewinnung  nachweislich ihre nukleare Struktur verändert.

Soviel zur jungen Geschichte von LENR. Wir treffen mit der Forschung und Entwicklung von LENR auf ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Umfeld, das unter sehr weitgehendem Einfluß der Karbon-Industrie steht, also der Erdöl-, Erdgas- und Kohleindustrie. Besonders das Zusammenspiel zwischen den USA und den Golfstaaten hat ein sehr dominantes Wirtschaftssystem entstehen lassen. Durch den Handel des Erdöls in Dollar entstand der sog. „Petrodollar“, der den USA ungeahnte Einflußmöglichkeiten bescherte. Der ehemalige US-Finanzminister Conally prägte den unvergessenen Satz: “Der Dollar ist unsere Währung, aber Euer Problem.“ Kein armes Land konnte seine eigene Währung abwerten, um die Exportchancen der eigenen Waren zu erhöhen, wollte es nicht gleichzeitig riskieren, dass die Erdölrechnungen unbezahlbar wurden, die ja in Dollar fakturiert waren.

Einflußreiche Kreise in den USA und den Golfstaaten möchten dieses System solange wie irgend möglich erhalten, ist es doch eine Lizenz zum Gelddrucken. Umwelt hin oder her.

Und so sehen viele Fachleute es mittlerweile so, dass die Förderung der heißen Fusion, die ja nun schon über Jahrzehnte anhält und deren Ende nicht abzusehen ist, nichts als ein Mittel zur Verzögerung des notwendigen Umbaus der Energiegewinnung ist. Genau in diesem Sinne ist auch der schon zitierte Satz „…die Kernfusion ist die Energie der Zukunft – und wird es auch bleiben..“ zu verstehen.

Die sogenannten „erneuerbaren Energien“ bedeuten einen Schritt in die richtige Richtung, sie haben aber bisher nicht das Potential, die Energieerzeugung der Welt  insgesamt zu substituieren. (Es geht ja nicht nur um die Karbon-Industrie, sondern es auch  um hunderte Kernkraftwerke) Weitere Nachteile der "Erneuerbaren" sind die fehlende Grundlastfähigkeit und der enorme Landschaftsverbrauch.

Das Potential alle anderen Energiearten zu ersetzen hat  LENR, zwar nicht heute aber morgen und erst recht übermorgen. Die Geräte unterschiedlicher Technologie sind industriell in Großserie herstellbar. Ein Hersteller der  Ende 2018 auf den Markt will rechnet mit einem jährlichen Wachstum von 50%.

LENR hat darüberhinaus zwei weitere Vorteile, die keine andere Energie versprechen kann: Sie ist miniaturisierbar und sie kommt völlig ohne Verteilernetze aus. Soweit mir bisher bekannt ist, gibt es kein LENR-Gerät, das größer ist, als etwa ein Kubikmeter.   Die endgültige Größe ergibt sich erst durch notwendige Anschlüsse bzw. Wärmetauscher und dergleichen. Die 1-MW-Anlage des Erfinders Rossi bestand aus vier Aggregaten je 250 kW – alles, einschließlich der Wärmetauscher, paßte in einen Container und der war nur deshalb so groß, weil er begehbar war. Der kleinste Reaktor, ebenfalls von Rossi, hat die Form einer Injektionsnadel und ist nur 1 mm dick. Die Dicke eines Bleistifts erreicht er nur durch den umgebenden Wärmetauscher. Alle LENR-Geräte sind in größeren Stückzahlen so kombinierbar, dass sie z. B. die Energieerzeugung vorheriger Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke ersetzen können.

LENR-Geräte benötigen zum Start eine „Initialzündung“, sei es mit Hilfe einer Batterie oder durch das Stromnetz. Anschließend läuft das Gerät im selbst-erhaltenden Modus. Das Verhältnis der eingespeisten zur erzeugten Energie bezeichnet man als „COP“ = Coeffizient of Productivity. Schon ein COP von 1,1 ist wirtschaftlich, weil mehr Energie erzeugt wird, als man aufwendet. Allerdings benötigt man in diesem Fall viele Geräte, um eine nutzbare Überschußenergie herzustellen. Erfreulich werden die COP’s ab 3, COP 20 bis 50 ist Spitzenklasse, alles darüber ist extraordinär. Neuere Geräte erreichen COP's die in die hunderte oder sogar tausende gehen.

Die dezentrale Einsatzmöglichkeit kleiner LENR-Aggregate kann in typischen Küchengeräten  (Herde, Wäschetrockner und dergl.) geschehen, aber eher noch in Form eines Hauskraftwerkes, das Hitze und Strom erzeugt, und zwar zu Preisen, die einen Bruchteil der heutigen Kosten bedeuten.

Auch aus folgendem  Grund favorisieren Politik und Industrie die heiße Fusion: Sie ist Großtechnologie und die Energieerzeugung bleibt zentral. Auf dem Weg zum Kunden ergeben sich unzählige Möglichkeiten zur Verteuerung. Ganz zu schweigen von den Karrieremöglichkeiten für Politiker bei den Energiekonzernen.

Die Dezentralität und Miniaturisierbarkeit  von LENR bedeutet aber noch viel mehr: LENR revolutioniert die Antriebe für alle Verkehrsarten, vom Auto, über das Schiff, die Eisenbahn bis hin zum Flugzeug und sogar in der Raumfahrt. Eine besondere Rolle spielt LENR für Flugzeuge. Sie müssen für ihre langen Strecken den Treibstoff in Flügeltanks mitnehmen und verlieren dabei wertvolle Transportkapazität. Zudem gibt es Probleme mit den lauten Triebwerken. Mit LENR könnte man geräuscharm mit Elektromotoren fliegen und Tankfüllungen können zu Hause bleiben.

Nun könnte man zu dem Schluß kommen „das ist alles zu schön um wahr zu sein. „Die“ werden das verhindern.“ Nun ja, versuchen werden „Sie’s“, aber sie werden es nicht schaffen. Der Grund dafür sind die hoch-industrialisierten „Energie-Habenichtse“, wie Japan, China und Indien. Was werden die Verbraucher und Wähler in den USA und Europa wohl sagen, wenn eines nicht so fernen Tages in China oder Japan Autos, Bahnen, Flugzeuge und Schiffe mit LENR-Antrieb fahren – Verkehrsmitteln, die dann ja auch hierher exportiert würden. Und würden wir weiterhin unseren Anschluß des Versorgungsbetriebes behalten wollen, wenn man in anderen Ländern sein eigenes, kleines, billiges Kraftwerk zu Hause hat?

Da hilft es auch nichts, dass unsere heimische Presse schon einmal vorbaut:

Man tut hier so, als handele es sich bei dem geplanten Antrieb um Kernspaltung. Aber das ist völlig auszuschließen – und so kann hier nur von LENR die Rede sein – und da gibt es keine Strahlung.

Was die heimische Presse eher nachdenklich stimmen sollte, ist, dass Deutschland bei LENR  so gut wie keine Rolle spielt. Das ist mehr als sträflich, wenn man bedenkt, wie abhängig Deutschland von Energieimporten ist und wie sehr es auf Absatzmärkte im hochtechnologieschen Bereich angewiesen ist.

Ein völlig anderer Aspekt von LENR ist sein Einfluß auf die Gesellschaft – national wie international.  Habe ich eine Ölquelle oder eine Goldader entdeckt, dann zäune ich sie ein, sorge für eine gute Bewachung und beginne mit dem Geldverdienen.

Bei LENR ist das ganz anders: LENR ist „know how“, ist geistiges Eigentum. Damit kann man nur Geld verdienen, wenn es weltweit Patent-geschützt ist. Und selbst dann gilt das nur für überschaubare Zeit, denn der Patenschutz läuft, je nach Land, nach ca. 20 Jahren aus. Und dann ist das „know-how“ Allgemeingut. Bei LENR wird nicht nur das know-how Allgemeingut, sondern mit dem know-how wird Energie zum Allgemeingut! Hier beginnt dann die eigentliche Energie-Revolution: LENR ist kopierbar, replizierbar.

Nicht nur für die Industrienationen bringt LENR einen Wandel zum Positiven – auch und fast noch mehr gilt das für Entwicklungs- oder Schwellenländer: In kalten Regionen können Gewächshäuser billig mit LENR beheizt werden, in trockenen Regionen können Meerwasserentsalzungsanlagen ebenfalls billig betrieben werden.

Es gibt also nur Vorteile. Was die Menschen daraus machen ist offen.

 

 

 

 

 

 

 

Nach oben