Coldreaction - saubere und billige Energie durch kalte Kernreaktion

Der Mythos von der Bedeutung der Grundlagenforschung

LENR muß weiterhin um seine Anerkennung in der Wissenschafts-Szene kämpfen, obwohl es nachweislich funktioniert. - Das Wallstreet Journal räumt nun mit dem Mythos auf, bahnbrechende Erfindungen seien in der Regel das Ergebnis von Grundlagenforschung.

http://www.wsj.com/articles/the-myth-of-basic-science-1445613954

Wiederum ist meine Übersetzung teilweise sinngemäß, ich habe den Text auch  gekürzt.

„Treibt die wissenschaftliche Forschung die Innovation an?“ Nicht sehr oft, sagt der Autor Matt Ridley: Die technologische Evolution hat ihren eigenen Antrieb und dies hat wenig mit den Abstraktionen in den  Laboren zu tun.

Innovation ist ein viel zu schwieriges und diffiziles Ding, um es diktieren zu können. Technologie scheint sich durch einen unerbittlichen evolutionären Fortschritt zu entwickeln, welchen wir wahrscheinlich weder stoppen noch verlangsamen können. Und dies ist nicht so sehr ein Produkt der Wissenschaft.

Stellen Sie sich vor, Thomas Edison wäre vor der Erfindung seiner elektrischen Birne gestorben – hätte sich die Geschichte radikal anders entwickelt? Natürlich nicht. Nicht weniger als 23 Menschen haben die Glühbirne vor Edison erfunden, so berichten in ihrer „Geschichte der Erfindung“ die Autoren Robert Friedel, Paul Israel und Bernhard Finn. Das gilt auch für andere Erfindungen. Elisha Gray und Alexander Graham Bell meldeten am selben Tage das Telefon zum Patent an. (Es folgen weitere Beispiele) Die Geschichte der Erfindungen ist eine endlose Kette paralleler Ereignisse.

Derartige evolutionäre Prozesse kann man weder befehlen noch verbieten: Die Liste gescheiterter Verbote ist nämlich ebenfalls lang: Die chinesische Ming-Dynastie verbot große Schiffe, die japanischen Shogun verboten Feuerwaffen, die Italiener verboten das Spinnen von Seide, die Amerikaner verboten 1920 den Alkohol.

Weder Gebote noch Verbote haben je funktioniert, wenn es um evolutionäre Prozesse ging.

Politiker meinen, dass Innovation angestellt werden kann wie ein Wasserhahn: Man startet mit reinen wissenschaftlichen Einsichten, welche in Anwendungen umgesetzt werden, welche dann wiederum in brauchbare Technologien umgewandelt werden. Und was tut man als patriotischer Gesetzgeber – man gibt Geld für die Wissenschaftler, welche in ihren Elfenbeintürmen sitzen. Dieses lineare Modell, wie Wissenschaft Innovation und Wohlstand antreibt, geht zurück auf Francis Bacon, einen Philosophen und Staatsmann aus dem 17. Jahrhundert. Bewogen zu dieser Denkweise hatten ihn wohl die Erfolge bei der Kartierung der Welt und der Entwicklung der Navigation, die schließlich die Grundlage für die Erschließung der Märkte der Welt waren. Dabei waren auch die o. g. Erfindungen in Wirklichkeit nicht Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit, sondern Ergebnisse von Versuch und Irrtum.

Wenn man sich die Geschichte der Innovation ansieht, findet man wieder und wieder, dass wissenschatliche Durchbrüche die Wirkung, nicht der Grund des technologischen Wandels waren. Die Dampfmaschine profitierte nicht von den Wissenschaften der Thermodynamik, im Gegenteil: Die Thermodynamik verdankt alles der Dampfmaschine. Die Entdeckung der DNA ging wesentlich auf die Röntgenkristallographie biologischer Moleküle zurück, einer Technik, welche die Woll-Industrie zur Verbesserung ihrer Textilien entwickelt hatte.

Technologische Fortschritte werden durch praktisch veranlagte Menschen vorangetrieben, die solange herumgebastelt haben, bis sie bessere Maschinen hatten. Als Adam Smith sich in den Fabriken in Schottland im 18ten Jahrhundert umsah, stellte er fest, dass die meisten Maschinen von einfachen Arbeitern entwickelt worden waren.

Daraus folgert, dass es in Wirklichkeit nicht sehr nötig ist, Forschung öffentlich zu finanzieren: Die Industrie wird es selbst tun.

Im Jahre 2003 publizierte die OECD ein Papier mit dem Titel „Die Quellen für Wirtschaftswachstum in den OECD-Staaten“, bezogen auf die Zeit zwischen 1971 und 1998. Man fand zur eigenen Überraschung heraus, dass privat finanzierte Forschung das Wirtschaftswachstum angetrieben haben, öffentlich finanzierte Forschung dagegen blieb ohne sichtbares Ergebnis. – Der Ökonom Walter Park von der Universität Washington D.C. stellt fest, dass die Regierungen Forschung an falschen Projekten fördern und die Forscher eher davon abhalten, an den richtigen Projekten zu forschen.

Wirklich bahnbrechende Erfolge in der Wissenschaft fallen einfach von den Bäumen des technologischen Wandels.

Ich habe diesen Artikel übersetzt und bearbeitet, weil er vom ersten bis zu letzten Satz die Entwicklung von LENR beschreibt, ebenso wie die Erfolglosigeit der staatlichen geförderten Fusionsprojekte. Ganz besonders trifft der Artikel auf  den  Werdegang des Erfinders Andrea Rossi zu, dessen bahnbrechende Erfindungen und Entwicklungen über Jahrzehnte behindert wurden. - Auch Airbus Chefentwickler Geneste nennt ja seine Ausarbeitung zu LENR "Vom Versuch zur Theorie".

Andererseits: Die Sicht des Autors ist natürlich einseitig. Zum einen bezieht sich seine Analyse selbstverständlich nur auf technische Erfindungen und nicht auf andere Bereiche der Wissenschaft. Zum anderen kann die öffentliche Forschung immer dort hilfreich sein, wo es um Bereiche geht, die zwar notwendig, aber doch nicht unmittelbar zu Erträgen führen und deshalb nicht im Focus privater Unternehmen sind. Auch Forscher, die auf Ergebnisse der Teilchenforschung schimpfen, greifen doch gerne auf die Einrichtungen des CERN zurück.

 

 

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